kölnmetall-Vorsitzende Haase: „Wir müssen die Sozialpartnerschaft mit neuem Leben füllen“

„Unsere Sozialpartnerschaft hat in der letzten Tarifrunde einen Knacks bekommen“, fasste Dr. Margarete Haase, Vorsitzende von kölnmetall | Arbeitgeberverband der Metall- und Elektroindustrie Köln, die Stimmungslage der Kölner Metallarbeitgeber nach der zurückliegenden Metalltarifrunde zusammen. Sie appellierte daher an die IG Metall: „Lassen Sie uns gemeinsam die Risse am Fundament des Flächentarifvertrags kitten. Lassen Sie uns die Sozialpartnerschaft mit neuem Leben füllen!“ Vor dem Hintergrund des anstehenden 100-jährigen Jubiläums des Stinnes-Legien-Abkommens im November 2018, mit dem sich Arbeitgeber und Gewerkschaften als Tarifpartner anerkannten und der Weg zu Branchentarifverträgen geebnet wurde, erinnerte Haase noch einmal an die Bedeutung der Tarifautonomie für die deutsche Wirtschaftsordnung.

Tarifverträge sicherten nicht nur den Betriebsfrieden, sie seien auch elementar für den sozialen Frieden, so Haase. Allerdings müsse man Erosionstendenzen bei der Tarifbindung sehr ernst nehmen. Gleichzeitig warnte sie davor, sich bei der Lohnfindung blindlings auf den Staat zu verlassen. Staatliche Lohnfestsetzung könne nie das Handeln der Tarifvertragsparteien ersetzen.

Nach einem Grußwort der Oberbürgermeisterin Henriette Reker ehrten sie gemeinsam die beiden Organisationen, die kölnmetall in diesem Jahr mit einer Spende unterstützt: Zum einen wurde die Arbeit der Kölner Klinikclowns e. V. gewürdigt, die seit 1995 Lachen und Lebensfreude auf Kinder- und Pflegestationen bringen. Zum anderen wurde das Jugendprojekt DachloW, ein betreuter Treffpunkt für Jugendliche in Weidenpesch, ausgezeichnet. Beide Organisationen erhielten je 5.000 Euro zur Unterstützung ihrer Arbeit.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete der Vortrag „Wie lernt das menschliche Gehirn? Chancen und Risiken der Digitalisierung“ von Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer, dem die rund 130 Gäste gebannt lauschten.

 

Dr. Margarete Haase, Vorsitzende kölnmetall, Oberbürgermeisterin Henriette Reker (li.)
und Wolfgang Reß, Hauptgeschäftsführer von kölnmetall (re.) mit den Vertreter/-innen
der Spendenempfänger Kölner Klinikclowns e. V. und DachloW Jugendprojekt Weidenpesch

Dr. Margarete Haase mit Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer
Fotos: Claudia Ast